Ferienjob und Ferialjob: Was bleibt wirklich übrig?
Ferienjob Rechner für Österreich und Deutschland — der einzige, der die kurzfristige Beschäftigung kennt und dir sagt, wie viel Lohnsteuer du dir zurückholen kannst.
Dein Job
📅 Stand: 2026 · Werte für Österreich und Deutschland
Was übrig bleibt
Derselbe Bruttolohn, drei verschiedene Ergebnisse — je nach Land und Art der Beschäftigung.
📅 Stand: 2026 · Die Sozialversicherung ist exakt gerechnet. Die Lohnsteuer ist eine Schätzung — wie viel dein Arbeitgeber tatsächlich einbehält, hängt an deiner Steuerklasse. Für dein Ergebnis spielt das kaum eine Rolle, weil du sie ohnehin zurückbekommst (siehe unten).
Deine 70 Tage
In Deutschland ist ein Ferienjob abgabenfrei, wenn er auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist. Beide Grenzen gelten gleichwertig — welche greift, hängt nicht davon ab, wie viele Tage pro Woche du arbeitest. Und alle Jobs des Jahres werden zusammengerechnet.
Das holst du dir zurück
Dein Arbeitgeber rechnet den Monatslohn aufs Jahr hoch, als würdest du immer so viel verdienen. Tust du aber nicht — also zieht er zu viel Lohnsteuer ab. Bleibt dein Jahresverdienst unter dem Grundfreibetrag von 12.348 €, bekommst du sie über die Steuererklärung vollständig zurück.
Warum in beiden Ländern fast dasselbe herauskommt
Das überrascht die meisten: Bei einem Ferialjob-Lohn bleibt in Österreich und Deutschland fast derselbe Betrag übrig. Beide Länder entlasten niedrige Einkommen — nur mit verschiedenen Mitteln.
Zwischen 603,01 € und 2.000 € zahlst du deinen Beitrag nicht auf das volle Brutto, sondern auf eine abgesenkte Grundlage — der Übergangsbereich. Bei 603 € ist dein Anteil null, bei 2.000 € voll, dazwischen steigt er gleichmäßig an.
Bis 551,10 € zahlst du gar nichts, ab einem Cent darüber sofort den vollen Satz. Dafür entfällt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung bis 2.225 € ganz — versichert bist du trotzdem, die Befreiung betrifft den Beitrag, nicht den Schutz.
Deshalb rechnen die meisten Rechner falsch.
Wer den vollen Beitragssatz auf das volle Brutto anwendet, zieht dir bei 1.200 € rund 70 € im Monat zu viel ab — in beiden Ländern. Genau diese zwei Mechanismen fehlen in fast jedem Brutto-Netto-Rechner.
Ferialjob, Praktikum oder Pflichtpraktikum?
In Österreich hängt viel davon ab, wie die Tätigkeit heißt. Drei Fälle, drei verschiedene Regeln:
| Fall | Sozialversicherung | Lohnsteuer |
|---|---|---|
| Ferialarbeit normaler Sommerjob | Pflichtversicherung ab dem ersten Tag. Anspruch auf kollektivvertraglichen Lohn samt Sonderzahlungen, Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Dauert es länger als einen Monat, kommt die betriebliche Vorsorge dazu. | ja, nach Tarif |
| Pflichtpraktikum, unbezahlt von der Schule verlangt | keine Anmeldung nötig. Abgesichert bist du über die gesetzliche Unfallversicherung für Schülerinnen und Studierende. | entfällt |
| Pflichtpraktikum mit Taschengeld | Anmeldung nötig, über einen Monat auch betriebliche Vorsorge. | ja |
Der Unterschied ist keine Formsache: Beim unbezahlten Pflichtpraktikum erwirbst du keine Versicherungszeiten, bei der Ferialarbeit schon.
Verdienst du zu viel für die Familienbeihilfe?
In Österreich gilt eine Grenze von 17.212 € im Jahr — aber erst ab dem Kalenderjahr, in dem du 20 wirst. Davor bleibt dein Einkommen völlig außer Betracht.
Die Grenze meint nicht dein Brutto.
Gerechnet wird das zu versteuernde Einkommen: Brutto minus Sozialversicherung minus Werbungskostenpauschale (132 €) minus Sonderausgaben. Du darfst also mehr brutto verdienen, als die Zahl vermuten lässt. Und wird die Grenze überschritten, ist nur der übersteigende Betrag zurückzuzahlen, nicht die ganze Beihilfe.
In Deutschland gibt es beim Kindergeld seit 2012 keine Einkommensgrenze mehr. Während der ersten Berufsausbildung oder im Erststudium ist dein Verdienst ohne Bedeutung; erst danach zählt, ob du regelmäßig mehr als 20 Wochenstunden arbeitest.
Häufige Fragen
Zählt die Höhe meines Verdienstes für die Abgabenfreiheit?
In Deutschland nein. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung fällt keine Sozialversicherung an, egal wie viel du verdienst — es zählt nur die Zeit. Auch mehrere tausend Euro in einem Sommer bleiben beitragsfrei, solange die Grenzen halten.
Was passiert, wenn ich die 70 Tage überschreite?
Dann wird die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig — und zwar der ganze Job, nicht erst der Tag 71. Ob sich das Weiterarbeiten trotzdem lohnt, rechnet dir der Zähler oben aus. Meistens lohnt es sich.
Kann ich zwei Ferienjobs im Jahr haben?
Ja, aber die Arbeitstage werden zusammengerechnet. Ein Job im Dezember und einer im Jänner zählen dagegen getrennt, weil die Grenze pro Kalenderjahr gilt.
Bekomme ich in Österreich die Lohnsteuer auch zurück?
Ja, über die Arbeitnehmerveranlagung. Bei einem Ferialjob-Lohn fällt ohnehin meist keine Lohnsteuer an, weil der Jahresbetrag unter der Nullzone von 13.539 € bleibt.
Was ist eine geringfügige Beschäftigung?
In Österreich ein Job bis 551,10 € im Monat, in Deutschland ein Minijob bis 603 €. Darunter zahlst du keine Beiträge. Achtung in Österreich: Mehrere geringfügige Jobs werden zusammengerechnet, und über der Grenze werden 14,62 % nachverrechnet.
Warum ist die Sozialversicherung nicht einfach ein fester Prozentsatz?
Weil beide Länder niedrige Einkommen entlasten — Deutschland über den Übergangsbereich, Österreich über die gestaffelte Arbeitslosenversicherung. Der volle Satz gilt erst ab 2.000 € beziehungsweise 2.630 €.
Das Wichtigste zusammengefasst
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung — kurzfristige Beschäftigung, Übergangsbereich und Faktor F 2026
- Minijob-Zentrale — Zeitgrenzen und Berufsmäßigkeit
- Wirtschaftskammer Österreich — Beitragssätze Dienstnehmer 2026
- Österreichische Gesundheitskasse — Sozialversicherungswerte 2026
- Unternehmensserviceportal — Ferialpraktika und Pflichtpraktika
- oesterreich.gv.at — Zuverdienstgrenze bei Bezug der Familienbeihilfe
- Statistisches Bundesamt und BMF — Steuertarife 2026
Vereinfachte Berechnung, Stand 2026, ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität — Beitragssätze und Grenzbeträge ändern sich meist zum Jahreswechsel. Die Lohnsteuer ist eine Schätzung und hängt von deiner Steuerklasse ab. Ob eine Beschäftigung als kurzfristig gilt, hängt außerdem davon ab, ob sie berufsmäßig ausgeübt wird; bei Schülerinnen und Schülern wird das in der Regel verneint, entschieden wird es hier aber nicht. Im Zweifel fragst du in Österreich die Arbeiterkammer, in Deutschland die Minijob-Zentrale. Keine Steuer- oder Rechtsberatung, siehe auch unsere finanziellen Hinweise.
