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Ferienjob und Ferialjob: Was bleibt wirklich übrig?

Ferienjob Rechner für Österreich und Deutschland — der einzige, der die kurzfristige Beschäftigung kennt und dir sagt, wie viel du dir über die Steuererklärung zurückholst.

Dein Job

📅 Stand: 2026 · Werte für Österreich und Deutschland · Deutschland mit 1,8 % Pflegeversicherung, dem Satz bis zum 23. Geburtstag. Ab 2027 fällt in Österreich auch bei kleinem Verdienst wieder Arbeitslosenversicherung an (bei neuen Jobs zunächst 1 %): Was ändert sich 2027

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Was übrig bleibt

Derselbe Bruttolohn, drei verschiedene Ergebnisse — je nach Land und Art der Beschäftigung.

📅 Stand: 2026 · Die Sozialversicherung ist exakt gerechnet. Die Lohnsteuer ist eine Schätzung — wie viel dein Arbeitgeber tatsächlich einbehält, hängt an deiner Steuerklasse. Für dein Ergebnis spielt das kaum eine Rolle, weil du sie ohnehin zurückbekommst (siehe unten).

Deine 70 Tage

In Deutschland ist ein Ferienjob abgabenfrei, wenn er auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist. Beide Grenzen gelten gleichwertig — welche greift, hängt nicht davon ab, wie viele Tage pro Woche du arbeitest. Und alle Jobs des Jahres werden zusammengerechnet.

Das holst du dir zurück

Dein Arbeitgeber rechnet den Monatslohn aufs Jahr hoch, als würdest du immer so viel verdienen. Tust du aber nicht — also zieht er zu viel Lohnsteuer ab. Die holst du dir in beiden Ländern zurück: in Deutschland über die Steuererklärung, in Österreich über die Arbeitnehmerveranlagung.

In Österreich kommt ein zweiter Betrag dazu, den kaum jemand kennt. Zahlst du wegen deines niedrigen Jahresverdienstes gar keine Lohnsteuer, bekommst du trotzdem 55 % deiner Sozialversicherungsbeiträge ausbezahlt. Das ist die SV-Rückerstattung nach § 33 Abs. 8 EStG, im Amtsdeutsch Negativsteuer genannt. Wie die Arbeitnehmerveranlagung abläuft, steht im Artikel zur ersten Steuererklärung. Der Höchstbetrag liegt bei 496 € im Jahr und steigt auf 1.300 €, sobald dir der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag zusteht (Stand: 2026). Bei einem Ferialjob-Einkommen ist das immer der Fall, und der Deckel greift dort ohnehin nie. In Deutschland gibt es für die Sozialversicherung nichts Vergleichbares, dort kommt nur Lohnsteuer zurück.

Warum auf dem Lohnzettel fast dasselbe herauskommt

Das überrascht die meisten: Bei einem Ferialjob-Lohn bleibt in Österreich und Deutschland fast derselbe Betrag übrig. Beide Länder entlasten niedrige Einkommen — nur mit verschiedenen Mitteln.

🇩🇪 Deutschland: eine Rampe

Zwischen 603,01 € und 2.000 € zahlst du deinen Beitrag nicht auf das volle Brutto, sondern auf eine abgesenkte Grundlage — der Übergangsbereich. Bei 603 € ist dein Anteil null, bei 2.000 € voll, dazwischen steigt er gleichmäßig an.

🇦🇹 Österreich: eine Kante

Bis 551,10 € zahlst du gar nichts, ab einem Cent darüber sofort den vollen Satz. Dafür entfällt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung bis 2.225 € ganz — versichert bist du trotzdem, die Befreiung betrifft den Beitrag, nicht den Schutz.

Deshalb rechnen die meisten Rechner falsch.

Wer den vollen Beitragssatz auf das volle Brutto anwendet, zieht dir bei 1.200 € zu viel ab: in Deutschland rund 73 € im Monat, in Österreich rund 35 €. Genau diese zwei Mechanismen fehlen in fast jedem Brutto-Netto-Rechner.

Gleichstand ist das allerdings nur bis zur Steuererklärung. Österreich zieht dir zwar Beiträge ab, gibt dir über die SV-Rückerstattung aber gut die Hälfte davon wieder zurück: Aus rund 1.019 € im Monat werden so etwa 1.118 €. In Deutschland kommt nur zu viel gezahlte Lohnsteuer zurück, bei diesem Lohn ein paar Euro im Monat. Für die Sozialversicherung gibt es dort nichts Vergleichbares. Wer in Deutschland dagegen kurzfristig beschäftigt ist, zahlt von vornherein keine Beiträge und liegt damit vorn.

Ferialjob, Praktikum oder Pflichtpraktikum?

In Österreich hängt viel davon ab, wie die Tätigkeit heißt. Drei Fälle, drei verschiedene Regeln:

FallSozialversicherungLohnsteuer
Ferialarbeit
normaler Sommerjob
Pflichtversicherung ab dem ersten Tag. Anspruch auf kollektivvertraglichen Lohn samt Sonderzahlungen, Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Dauert es länger als einen Monat, kommt die betriebliche Vorsorge dazu.ja, nach Tarif
Pflichtpraktikum, unbezahlt
von der Schule verlangt
keine Anmeldung nötig. Abgesichert bist du über die gesetzliche Unfallversicherung für Schülerinnen und Studierende.entfällt
Pflichtpraktikum mit TaschengeldAnmeldung nötig, über einen Monat auch betriebliche Vorsorge.ja

Der Unterschied ist keine Formsache: Beim unbezahlten Pflichtpraktikum erwirbst du keine Versicherungszeiten, bei der Ferialarbeit schon.

Verdienst du zu viel für die Familienbeihilfe?

In Österreich gilt eine Grenze von 17.212 € im Jahr — aber erst ab dem Kalenderjahr, in dem du 20 wirst. Davor bleibt dein Einkommen völlig außer Betracht.

Die Grenze meint nicht dein Brutto.

Gerechnet wird das zu versteuernde Einkommen: Brutto minus Sozialversicherung minus Werbungskostenpauschale (132 €) minus Sonderausgaben. Du darfst also mehr brutto verdienen, als die Zahl vermuten lässt. Und wird die Grenze überschritten, ist nur der übersteigende Betrag zurückzuzahlen, nicht die ganze Beihilfe.

In Deutschland gibt es beim Kindergeld seit 2012 keine Einkommensgrenze mehr. Während der ersten Berufsausbildung oder im Erststudium ist dein Verdienst ohne Bedeutung; erst danach zählt, ob du regelmäßig mehr als 20 Wochenstunden arbeitest.

Häufige Fragen

Zählt die Höhe meines Verdienstes für die Abgabenfreiheit?

In Deutschland nein. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung fällt keine Sozialversicherung an, egal wie viel du verdienst — es zählt nur die Zeit. Auch mehrere tausend Euro in einem Sommer bleiben beitragsfrei, solange die Grenzen halten.

Was passiert, wenn ich die 70 Tage überschreite?

Dann wird die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig. War von Anfang an klar, dass es mehr als 70 Tage werden, gilt das für den ganzen Job. Stellt sich das erst unterwegs heraus, ab dem Tag, an dem es absehbar wurde. Ob sich das Weiterarbeiten trotzdem lohnt, rechnet dir der Zähler oben aus. Meistens lohnt es sich.

Kann ich zwei Ferienjobs im Jahr haben?

Ja, aber die Arbeitstage werden zusammengerechnet. Ein Job im Dezember und einer im Jänner zählen dagegen getrennt, weil die Grenze pro Kalenderjahr gilt.

Bekomme ich in Österreich auch etwas zurück?

Ja, und in aller Regel mehr als in Deutschland. Zu viel einbehaltene Lohnsteuer holst du dir über die Arbeitnehmerveranlagung, wobei bei einem Ferialjob-Lohn ohnehin meist keine anfällt: Der Jahresbetrag bleibt unter der Nullzone von 13.539 €. Der größere Posten ist ein anderer. Weil deine Einkommensteuer dadurch rechnerisch negativ wird, bekommst du 55 % deiner Sozialversicherungsbeiträge ausbezahlt. Bei 1.200 € brutto sind das rund 100 € für jeden Monat, den du gearbeitet hast. Einreichen kannst du ab Jahresbeginn nach dem Job, rückwirkend bis zu fünf Jahre.

Was ist eine geringfügige Beschäftigung?

In Österreich ein Job bis 551,10 € im Monat, in Deutschland ein Minijob bis 603 €. Darunter zahlst du in Österreich keine Beiträge, beim deutschen Minijob nur 3,6 % Rentenversicherung, und davon kannst du dich befreien lassen. Achtung in Österreich: Mehrere geringfügige Jobs werden zusammengerechnet, und über der Grenze werden 14,62 % nachverrechnet.

Warum ist die Sozialversicherung nicht einfach ein fester Prozentsatz?

Weil beide Länder niedrige Einkommen entlasten — Deutschland über den Übergangsbereich, Österreich über die gestaffelte Arbeitslosenversicherung. Der volle Satz gilt erst ab 2.000 € beziehungsweise 2.630 €.

Das Wichtigste zusammengefasst

1
In Deutschland ist ein Ferienjob abgabenfrei, wenn er drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr nicht überschreitet. Die Höhe des Verdienstes spielt dafür keine Rolle.
2
Alle Jobs eines Kalenderjahres werden zusammengerechnet. Reißt die Grenze, wird der Job versicherungspflichtig, bei Planung über 70 Tage von Anfang an.
3
Trotzdem lohnt sich das Weiterarbeiten meistens: Die zusätzlichen Tage gleichen die Abgaben schnell aus. Der Zähler oben rechnet aus, ab wann.
4
Einbehaltene Lohnsteuer holst du dir zurück: in Deutschland über die Steuererklärung, solange dein Jahresverdienst unter 12.348 € bleibt, in Österreich über die Arbeitnehmerveranlagung bis 13.539 €.
5
Auf dem Lohnzettel bleibt in Österreich und Deutschland fast derselbe Betrag übrig. Nach der Arbeitnehmerveranlagung liegt Österreich vorn: 55 % der Sozialversicherung kommen zurück, bei 1.200 € rund 100 € je gearbeitetem Monat.
6
In Österreich zahlst du Beiträge und erwirbst dafür Versicherungszeiten. Beim deutschen Ferienjob zahlst du nichts und erwirbst nichts.

Quellen

Vereinfachte Berechnung, Stand 2026, ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität — Beitragssätze und Grenzbeträge ändern sich meist zum Jahreswechsel. Die Lohnsteuer ist eine Schätzung und hängt von deiner Steuerklasse ab. Ob eine Beschäftigung als kurzfristig gilt, hängt außerdem davon ab, ob sie berufsmäßig ausgeübt wird; bei Schülerinnen und Schülern wird das in der Regel verneint, entschieden wird es hier aber nicht. Im Zweifel fragst du in Österreich die Arbeiterkammer, in Deutschland die Minijob-Zentrale. Keine Steuer- oder Rechtsberatung, siehe auch unsere finanziellen Hinweise.

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