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EBITDA berechnen & verstehen

Schieb die Regler und sieh live, wie aus dem Umsatz einer Firma Schritt für Schritt ihr Gewinn wird.

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Was ist EBITDA?

Wenn du eine Aktie kaufst, willst du wissen: Verdient diese Firma eigentlich Geld mit ihrem Kerngeschäft? Genau das zeigt der EBITDA — eine der meistgenutzten Kennzahlen, um Unternehmen unabhängig von ihrer Finanzierung und Steuersituation zu vergleichen.

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EBITDA kommt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung: Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization — auf Deutsch: Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Dass es dabei gleich zwei „Abschreibungs“-Buchstaben gibt (D und A), liegt daran, dass das Englische zwischen Abschreibungen auf materielle Anlagen wie Maschinen oder Gebäude (Depreciation) und auf immaterielle Werte wie Patente, Software oder Firmenwert (Amortization) unterscheidet — im Deutschen fasst man das meist einfach als „Abschreibungen“ zusammen.

BetriebskostenLaufende Kosten des Tagesgeschäfts — Personal, Material, Miete, Marketing
Abschreibungen (AfA)Verteilen den Kaufpreis einer Anschaffung über ihre Nutzungsdauer
ZinsaufwandKosten für geliehenes Geld — hängt von Verschuldung und Zinsniveau ab
SteuersatzWird erst auf den Vorsteuergewinn (EBT) angewendet, nicht früher

Selbst ausprobieren: Der EBITDA-Wasserfall

Fiktive Firma mit 1.000.000 € Umsatz — schieb die Regler und sieh, wie sich der Gewinn Schritt für Schritt herausschält:

EBITDA-Wasserfall-Rechner

Alle vier Posten sind unabhängig einstellbar — probier verschiedene Branchen-Szenarien aus:

Betriebskosten (% vom Umsatz)60 %

Stark branchenabhängig — Handel/Einzelhandel oft 80%+, Software-Firmen oft deutlich darunter. Kein einzelner „normaler“ Wert.

Abschreibungen (% vom Umsatz)10 %

Kapitalintensive Branchen (Industrie, Telekom) oft 10–20%, wenig kapitalintensive (Software, Beratung) oft unter 5%.

Zinsaufwand (% vom Umsatz)5 %

Hängt vom Verschuldungsgrad ab — 2–8% ist für viele etablierte Unternehmen ein üblicher Bereich.

Steuersatz (% vom Vorsteuergewinn/EBT)25 %

🟢 Markierter Bereich: reale Körperschaftsteuer-Sätze — Österreich 23% (KöSt, fix), Deutschland ca. 30% (Körperschaftsteuer + Gewerbesteuer kombiniert, variiert leicht mit dem Gewerbesteuer-Hebesatz der Gemeinde).

Umsatz1.000.000 €
− Betriebskosten
EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen)400.000 €
− Abschreibungen
EBIT (Betriebsergebnis)300.000 €
− Zinsaufwand
EBT (Vorsteuergewinn)250.000 €
− Steuern
Nettogewinn (Jahresüberschuss)187.500 €

Vereinfachtes Beispiel ohne außerordentliche Posten, Beteiligungsergebnisse oder latente Steuern. Reale Geschäftsberichte sind komplexer.

Warum ist EBITDA so verbreitet?

EBITDA blendet bewusst aus, wie eine Firma finanziert ist (Zinsen) und wo sie steuerlich sitzt (Steuern), sowie wie alt ihre Anlagen sind (Abschreibungen). Das macht es leichter, das operative Kerngeschäft zweier Firmen zu vergleichen — selbst wenn eine davon viele Schulden hat und die andere keine.

Eine bekannte Schwäche: EBITDA blendet Abschreibungen komplett aus — bei einer Firma mit sehr alten, bald zu ersetzenden Maschinen kann ein hohes EBITDA trotzdem bald teure Neuinvestitionen bedeuten, die im EBITDA gar nicht sichtbar sind. EBITDA ist deshalb ein guter erster Blick, aber nie die einzige Kennzahl, auf die man sich verlassen sollte.

✅ Das Wichtigste zusammengefasst

EBITDA auf einen Blick

1
EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen — zeigt die operative Profitabilität
2
EBITDA → EBIT → EBT → Nettogewinn entstehen Schritt für Schritt durch Abzug von Abschreibungen, Zinsen und Steuern
3
Der Steuersatz wird erst auf den Vorsteuergewinn (EBT) angewendet, nicht auf EBITDA oder Umsatz
4
EBITDA blendet Abschreibungen aus — eine bekannte Schwäche bei kapitalintensiven Firmen mit bald fälligen Neuinvestitionen

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