📡 Auf eigenen Beinen · Wohnen

Rundfunkbeitrag & ORF-Beitrag

Was in der ersten eigenen Wohnung auf dich zukommt: wer sich anmelden muss, was es kostet, wer in der WG zahlt und wie du dich mit Studienbeihilfe oder BAföG befreien lässt.

15–20 €pro Monat
1Rechner
AT+DEBeide Länder

Rundfunkbeitrag erste Wohnung – das kommt auf dich zu

Solange du bei deinen Eltern wohnst, bekommst du davon nichts mit — der Haushalt deiner Eltern zahlt den Beitrag, und du bist über die Wohnung mit abgedeckt. Mit der ersten eigenen Wohnung oder dem ersten WG-Zimmer ändert sich das: Ab dann bist du selbst dran. Wer den Rundfunkbeitrag bei der ersten Wohnung übersieht, bekommt einige Monate später Post mit einer Nachforderung.

In Deutschland heißt die Abgabe Rundfunkbeitrag (früher umgangssprachlich „GEZ“), in Österreich ORF-Beitrag — oft auch ORF-Haushaltsabgabe genannt. Beide finanzieren den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, und beide funktionieren nach demselben Prinzip: bezahlt wird pro Wohnung, nicht pro Person und nicht pro Gerät.

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Neu in Österreich seit 2024: Der ORF-Beitrag hat Anfang 2024 die frühere GIS-Gebühr ersetzt. Der Unterschied: Die GIS-Gebühr fiel nur an, wenn ein Fernseher oder Radio im Haushalt stand. Der ORF-Beitrag gilt für jeden Hauptwohnsitz — auch wenn du nur ein Notebook hast und nie fernsiehst. In Deutschland ist das seit 2013 so.

Wer muss sich anmelden?

Beim Betrag unterscheiden sich die beiden Länder kaum. Beim Anmelden schon — und das ist der Punkt, an dem die meisten in eine Nachzahlung laufen.

🇦🇹 Österreich

Die ORF-Beitrags Service GmbH (OBS, früher GIS) gleicht die Meldedaten aus dem Zentralen Melderegister ab. In der Regel bekommst du nach dem Anmelden deines Hauptwohnsitzes automatisch ein Schreiben. Eine eigene Meldepflicht besteht trotzdem, falls das nicht passiert.

🇩🇪 Deutschland

Hier musst du aktiv werden: Jede Wohnung ist innerhalb eines Monats beim ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice anzumelden. Die Meldeämter übermitteln zwar Daten, aber die Anmeldepflicht liegt bei dir — als „Wohnungsinhaber:in“ gilt, wer dort gemeldet ist.

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Rückwirkend wird trotzdem kassiert. Wenn du dich nicht anmeldest und später auffällst, zahlst du ab dem Monat nach, in dem du in die Wohnung gezogen bist — nicht erst ab dem Tag, an dem du entdeckt wurdest. Ein Jahr Verzug sind schnell 180 bis 240 €, die auf einmal fällig werden.

Was es kostet

Der Grundbetrag ist bundesweit gleich: 15,30 € im Monat in Österreich, 18,36 € im Monat in Deutschland. In vier österreichischen Bundesländern kommt eine Landesabgabe dazu.

Beitrags-Rechner

Was zahlt dein Haushalt — und was bleibt pro Person, wenn ihr in einer WG wohnt?

📍 Land
Bundesland (für die Landesabgabe)
👥 Personen im Haushalt1 Person
Pro Haushalt / Monat
15,30 €
Pro Haushalt / Jahr
183,60 €
Pro Person / Monat
15,30 €
du zahlst allein
Über 3 Jahre
550,80 €
In einer WG zahlt ihr einen Beitrag pro Wohnung — nicht jede:r einzeln. Wie ihr ihn untereinander aufteilt, ist eure Sache. Stand: 2026.
💳

Zahlweise ändert die Summe nicht. Du kannst monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich zahlen — am Ende des Jahres kommt dasselbe heraus. Wer die Abbuchung per SEPA-Lastschrift einrichtet, muss sich um nichts weiter kümmern.

Ein Alltags-Vergleich

Damit die Zahl greifbarer wird — nur zum Einordnen, ohne Wertung:

15,30 € im Monat (Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg — mit Landesabgabe bis zu 20 €) sind etwa:

  • 0,50 € pro Tag
  • ein Kinobesuch im Monat
  • ungefähr ein Streaming-Abo (Netflix Standard kostet 13,99 €) — nur gilt der Beitrag für den ganzen Haushalt und deckt Radio, Fernsehen, die ORF-ON-Mediathek und orf.at ab, nicht nur Serien
  • weniger als ein durchschnittlicher Handyvertrag

18,36 € im Monat sind etwa:

  • 0,60 € pro Tag
  • ein Kinobesuch mit Popcorn im Monat
  • ungefähr ein Streaming-Abo (Netflix Standard kostet 13,99 €) — nur gilt der Beitrag für die ganze Wohnung und deckt ARD, ZDF, Deutschlandradio samt Mediatheken und Radioprogrammen ab, nicht nur Serien
  • weniger als ein durchschnittlicher Handyvertrag

WG, Zweitwohnung, Nebenwohnsitz

Weil pro Wohnung gezahlt wird, entscheiden ein paar einfache Regeln darüber, ob du überhaupt etwas zahlst:

🇦🇹 Österreich

WG: ein Beitrag pro Wohnung. Nebenwohnsitz: kostenlos — nur der Hauptwohnsitz löst den ORF-Beitrag aus. Wer also am Studienort einen Nebenwohnsitz meldet und den Hauptwohnsitz bei den Eltern behält, zahlt am Studienort nichts.

🇩🇪 Deutschland

WG: ein Beitrag pro Wohnung. Zweitwohnung: nicht automatisch frei — du musst dich auf Antrag befreien lassen und nachweisen, dass für deine Hauptwohnung schon jemand zahlt (oder du selbst).

🧾

In der WG meldet sich eine Person an und zahlt. Die anderen sind damit abgedeckt. Bekommt jemand von euch ebenfalls Post vom Beitragsservice, reicht der Hinweis, dass für die Wohnung bereits gezahlt wird (mit der Beitragsnummer der zahlenden Person).

Befreiung: Studienbeihilfe, BAföG & Co.

Für viele in der Ausbildung ist das der wichtigste Abschnitt: Wer bestimmte Sozial- oder Ausbildungsleistungen bezieht, kann sich vom Beitrag befreien lassen. Das passiert aber nie automatisch — auch nicht, wenn die Behörde deinen Leistungsbezug längst kennt. Du musst den Antrag selbst stellen.

Wer befreit werden kann

Unter anderem Bezieher:innen von Studienbeihilfe (nach dem Studienförderungsgesetz), Ausgleichszulage, Sozialhilfe oder Mindestsicherung, sowie Arbeitslosengeld- oder Notstandshilfe-Bezieher:innen. Zusätzlich darf das Haushalts-Nettoeinkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten.

Wie du den Antrag stellst

Online über die OBS-Website oder per Formular, mit einem Nachweis über die Leistung (z. B. dem Studienbeihilfen-Bescheid). Wichtig: Die Befreiung gilt nicht rückwirkend, sondern erst ab dem Monat nach der Antragstellung. Jeder Monat, den du wartest, ist verloren — also stellen, sobald der Bescheid da ist.

Nicht vergessen

Die Befreiung ist an den Leistungsbezug gekoppelt. Läuft deine Studienbeihilfe aus, endet auch die Befreiung — bei einem neuen Bewilligungszeitraum musst du sie neu beantragen. Sie schaltet außerdem weitere Vergünstigungen frei, etwa eine Telefon-Entgeltbefreiung (der neue Strom-Sozialtarif ist für Studierende allerdings ausgenommen — siehe Stromtarif).

Wer befreit werden kann

Unter anderem BAföG-Bezieher:innen, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, außerdem Bürgergeld, Sozialhilfe, Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) und Ausbildungsgeld. Wer BAföG bekommt, aber im Elternhaushalt wohnt, ist über die Wohnung der Eltern abgedeckt und braucht keine eigene Befreiung.

Wie du den Antrag stellst

Online auf rundfunkbeitrag.de oder per Formular an den Beitragsservice (50656 Köln), mit dem Leistungsbescheid als Nachweis. Stellst du den Antrag innerhalb von zwei Monaten nach Beginn der Leistung, gilt die Befreiung ab dem ersten Monat des Leistungsbezugs. Später gestellt, greift sie ab dem Antragsmonat; bis zu drei Jahre rückwirkend nur mit lückenlosem Nachweis für jeden Monat.

Studierende ohne BAföG

Ein reiner Studierendenstatus ist kein Befreiungsgrund — ohne BAföG oder eine andere anerkannte Leistung zahlst du den vollen Beitrag. Nur in besonderen Härtefällen ist ein gesonderter Antrag möglich.

👥

WG-Sonderfall: Befreit ist immer eine Person, nicht die Wohnung. Zahlt in eurer WG jemand anderes den Beitrag und du bist die befreite Person, bringt dir deine Befreiung nichts — der Beitrag läuft weiter. Sinnvoll ist deshalb, dass die Person mit Befreiungsanspruch auch die angemeldete Beitragszahlerin ist.

Warum ist das ein Beitrag und keine Steuer?

Der Name ist kein Zufall. Ein Beitrag folgt anderen Regeln als eine Steuer:

  • Zweckgebunden: Das Geld fließt ausschließlich an den Rundfunk, nicht in den allgemeinen Staatshaushalt. Eine Regierung kann es nicht für etwas anderes verwenden.
  • Unabhängig festgelegt: In Deutschland ermittelt eine eigene Kommission (die KEF) den Finanzbedarf und schlägt die Beitragshöhe vor — nicht die Regierung. In Österreich ist die Höhe im ORF-Beitrags-Gesetz geregelt und gedeckelt, nicht Jahr für Jahr politisch verhandelbar.
  • Haushaltsprinzip: Jeder Haushalt zahlt gleich viel, unabhängig davon, ob und wie viel jemand die Programme nutzt — ähnlich einem Grundbeitrag, nicht einem Abo.
  • Wofür konkret: 🇩🇪 ARD, ZDF und Deutschlandradio samt Mediatheken, Radioprogrammen und Nachrichtenangeboten · 🇦🇹 ORF 1, ORF 2, ORF III, die Radios Ö1, Ö3 und FM4, die ORF-Regionalradios, ORF ON und orf.at.
⚖️

Gerade in Bewegung: In Deutschland wird über eine Erhöhung auf rund 18,64 € gestritten; eine Kommission empfiehlt sie ab 2027. Das Bundesverfassungsgericht hat im Juni 2026 dazu verhandelt, ein Urteil wird für den Herbst 2026 erwartet. Ein Urteil allein ändert den Betrag aber nicht — dafür müssen alle 16 Bundesländer zustimmen. Die Zahlen in diesem Artikel sind der Stand August 2026.

✅ Das Wichtigste zusammengefasst

Rundfunkbeitrag & ORF-Beitrag auf einen Blick

1
Bezahlt wird pro Wohnung — nicht pro Person und (seit 2024 auch in Österreich) nicht pro Gerät
2
15,30 € im Monat in Österreich (mit Landesabgabe in Burgenland, Kärnten, Steiermark, Tirol bis zu 20 €), 18,36 € in Deutschland
3
In Deutschland musst du dich aktiv anmelden, in Österreich läuft es meist über den Meldedaten-Abgleich — nachgezahlt wird in beiden Fällen ab dem Einzug
4
In der WG zahlt eine Person für alle; ein Nebenwohnsitz in Österreich ist kostenlos
5
Studienbeihilfe oder BAföG können dich befreien — aber nur auf eigenen Antrag, nie automatisch

📚 Quellen

Alle Beträge und Regeln in diesem Artikel dienen der allgemeinen Information, wurden sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität zusammengestellt — Beitragshöhe, Landesabgaben und Befreiungsgründe können sich zum Jahreswechsel ändern, und über die Höhe des Rundfunkbeitrags wird 2026 gerichtlich gestritten. Keine Rechts- oder Sozialrechtsberatung, siehe auch unsere finanziellen Hinweise.

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