📊 Rookie Level 2 · Budget

Wohin geht mein
Geld eigentlich?

Montag ist Zahltag, Donnerstag ist das Geld weg — und du weißt nicht mal genau wohin. Das ändern wir jetzt.

6 MinLesezeit
1Simulator
3Quiz-Fragen

Das Gefühl kennen alle

Geld kommt rein — Taschengeld, Ferienjob, Nebenjob. Und irgendwie ist es dann einfach weg. Nicht für etwas Großes. Nicht für etwas Wichtiges. Einfach weg.

Das liegt fast nie daran dass du zu wenig verdienst oder zu dumm mit Geld bist. Es liegt daran dass du keinen Überblick hast. Und ohne Überblick entscheidet das Geld selbst wohin es geht — meist in Richtung kleinster Widerstand.

💡

Was ist ein Budget? Kein Sparplan für Geizige. Kein kompliziertes Excel-Sheet. Ein Budget ist einfach zu wissen wohin dein Geld geht — damit du selbst entscheidest, statt es einfach passieren zu lassen.

Du brauchst kein perfektes System. Du brauchst nur einen groben Plan — und den baust du dir jetzt in 10 Minuten.

📐 Die einfachste Budgetregel: 50/30/20

Es gibt hunderte Budgetsysteme. Das einfachste und am besten bewährte kommt mit drei Zahlen aus.

50% Fixkosten
30% Wünsche
20% Sparen
50%
Fixkosten
Miete, Handy, Abos, Transport — alles was jeden Monat fix kommt
30%
Wünsche
Ausgehen, Kleidung, Hobbys, Restaurants — alles Schöne im Leben
20%
Sparen
Notfallpolster, Ziele, Investitionen — Geld das für dich arbeitet
🇦🇹

Österreich-Beispiel Ferienjob: Du verdienst 900€ netto im Monat. Dann wären das: 450€ Fixkosten (Handy, Essen, Transport), 270€ für Wünsche (Ausgehen, Kleidung), 180€ sparen. Klingt machbar — oder?

⚠️

Die Regel ist ein Richtwert, kein Gesetz. Wenn du noch zu Hause wohnst und keine Miete zahlst, kannst du viel mehr sparen. Wenn du in Wien alleine wohnst, gehen 50% locker für Fixkosten drauf. Passe die Zahlen an deine Realität an.

🧮 Dein persönlicher Budget-Simulator

Gib dein Nettoeinkommen ein und verschiebe die Regler — sieh live was bei welcher Aufteilung übrig bleibt.

Budget-Planer

Stell dein Einkommen ein und verschiebe die Kategorien.

💰 Netto / Monat:
Fixkosten
450 € (50%)
Wünsche & Freizeit
270 € (30%)
Sparen
180 € (20%)

😬 Was wenn nichts übrig bleibt?

Manchmal zeigt der Rechner: selbst bei sparsamster Aufteilung bleibt nichts übrig — oder es ist sogar negativ. Das ist kein Zeichen dass du schlecht mit Geld bist. Es ist ein Signal.

🔍

Zwei mögliche Ursachen — zwei verschiedene Lösungen:

A
Fixkosten sind zu hoch
Handy-Vertrag, Abos, laufende Verpflichtungen fressen zu viel. Lösung: Fixkosten durchforsten. Welche Abos brauchst du wirklich? Gibt es günstigere Alternativen? Das ist die einzige Kategorie wo du strukturell sparen kannst.
B
Einnahmen sind zu niedrig
Manchmal reicht das Taschengeld oder der Teilzeitjob strukturell nicht. Dann ist „mehr sparen“ keine Lösung — Einnahmen erhöhen schon. Ferienjob, Nebenjob, mehr Stunden. Das ist ehrlicher als jeden Monat zu kämpfen.
C
Impulskäufe fressen den Rest
Das Budget würde theoretisch aufgehen — aber in der Praxis kauft man mehr als geplant. Hier hilft kein neues Budget-System, sondern das was wir im Konsum-Artikel besprochen haben: 24h-Regel, Warenkorb-Strategie, Shopping-Apps vom Homescreen.

🧠 Der wichtigste Satz

Ein Budget das zu 80% funktioniert ist unendlich viel besser als ein perfektes Budget das du nie umsetzt. Fang klein an — drei Kategorien, grobe Zahlen, einen Monat durchhalten. Dann anpassen.

🚀 So startest du heute — in 15 Minuten

Kein App, kein Excel, kein Aufwand. Nur diese vier Schritte.

1
Kontoauszug der letzten 4 Wochen öffnen
Banking-App aufmachen, die letzten 30 Transaktionen anschauen. Nicht analysieren — nur anschauen. Was siehst du?
2
Drei Kategorien anlegen
Fixkosten (Handy, Abos, Transport), Wünsche (Essen gehen, Kleidung, Ausgehen), Sparen. Jede Transaktion in eine Kategorie. Fertig.
3
Gesamtbetrag pro Kategorie addieren
Was hast du wirklich ausgegeben? Vergleiche mit deinem Einkommen. Stimmt es mit deiner gefühlten Realität überein? Meist: nein. Das ist der „Aha!“-Moment.
4
Für nächsten Monat einen Richtwert setzen
Nicht perfekt — realistisch. „Ich möchte nicht mehr als X€ für Ausgehen ausgeben.“ Einen Richtwert. Einen Monat beobachten. Dann anpassen.

✅ Das Wichtigste

Budget — auf einen Blick

1
Ein Budget ist kein Sparplan für Geizige — es ist Überblick damit du selbst entscheidest wohin dein Geld geht
2
Die 50/30/20-Regel: 50% Fixkosten, 30% Wünsche, 20% Sparen — ein Richtwert, kein Gesetz
3
Wenn nichts übrig bleibt: entweder Fixkosten senken oder Einnahmen erhöhen — „mehr Willenskraft“ ist keine Lösung
4
Fang mit drei Kategorien an — nicht mit einem perfekten System das du nie umsetzt
5
Kontoauszug der letzten 4 Wochen + 15 Minuten = dein erstes Budget

Quick Quiz

3 Fragen — weißt du es?

📚 Quellen

  • Elizabeth Warren & Amelia Warren Tyagi — „All Your Worth: The Ultimate Lifetime Money Plan“ (2005) — Ursprung der 50/30/20-Regel

Was lernst du als nächstes?

Du hast jetzt einen Plan für dein Geld. Als nächstes: was bleibt eigentlich vom Ferienjob-Gehalt wirklich übrig — nach Steuern und Abgaben?