Haushaltsversicherung: Was ist eigentlich drin?
Was deckt die Haushaltsversicherung ab? Zwei Versicherungen, ein Name — und je nach Land unterschiedlich gebündelt. Wir sortieren, was drin ist, was Pflicht ist und was du extra brauchst.
Zwei Versicherungen, ein Begriff — je nach Land
„Haushaltsversicherung“ klingt nach einem Ding. Tatsächlich stecken zwei völlig unterschiedliche Versicherungen dahinter, die nur unterschiedlich verpackt werden:
Der Länder-Unterschied vorab: In Österreich sind beide standardmäßig in einem Vertrag gebündelt („Haushaltsversicherung“ = Hausrat + Haftpflicht in einem). In Deutschland sind es traditionell zwei getrennte Verträge (Hausratversicherung + Privathaftpflichtversicherung) — oft als Kombi-Tarif beim selben Anbieter buchbar, aber rechtlich zwei unabhängige Policen. Merk dir das, bevor du weiterliest: Der Rest dieses Artikels beschreibt beide Bestandteile inhaltlich — nur ob du dafür einen oder zwei Verträge brauchst, hängt vom Land ab.
Schützt deine Sachen — Möbel, Elektronik, Kleidung, alles Bewegliche in deiner Wohnung — gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel, Einbruchdiebstahl und Vandalismus nach einem Einbruch.
Schützt dich vor Ansprüchen anderer — wenn du unabsichtlich jemandem oder dessen Eigentum einen Schaden zufügst. Deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden.
✅ Was ist Standard, was brauchst du extra?
Tippe auf einen Punkt für Details. Nicht alles, was man erwarten würde, ist automatisch dabei:
📋 Ist sie Pflicht?
Kurze Antwort für beide Länder: Gesetzlich nicht. Weder Hausrat/Haushaltsversicherung noch Privathaftpflicht sind in Österreich oder Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.
Trotzdem oft de facto Pflicht: Manche Vermieter:innen verlangen den Abschluss im Mietvertrag als Bedingung für die Wohnungsvergabe. Rechtlich ist die Durchsetzbarkeit solcher Klauseln umstritten — praktisch bedeutet eine Weigerung aber oft, dass du die Wohnung nicht bekommst. Fahr also besser damit, sie ohnehin abzuschließen: Das Risiko eines Schadens ohne Versicherung ist ungleich teurer als die Prämie.
📐 Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Zu niedrig angesetzt, und die Versicherung zahlt im Schadensfall nur anteilig („Unterversicherung“). Ein grober Richtwert nach Wohnfläche:
Versicherungssummen-Schätzer
Stell deine Wohnfläche ein:
🌍 Österreich oder Deutschland?
Kombiprodukt seit Jahrzehnten Standard
Die „Haushaltsversicherung“ bündelt Hausrat und Privathaftpflicht in einer Polizze — eine österreichische Besonderheit. Typische Kosten: ca. 100-300€/Jahr für eine 50-100m² Wohnung.
Empfohlene Haftpflicht-Deckungssumme
Üblich sind 1-5 Mio. €, für den Normalfall werden 3-5 Mio. € empfohlen.
WG-Frage
Schließt der Vermieter/die Vermieterin die Polizze ab, müssen alle Namen der Bewohner:innen darauf erscheinen. Schließt eine WG-Person die Versicherung selbst ab, gilt es aktiv zu klären, ob Mitbewohner:innen mitversichert sind — das ist nicht automatisch der Fall.
Getrennte Verträge, oft als Kombi buchbar
Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung sind traditionell zwei eigenständige Verträge. Viele Anbieter bieten sie als Kombi-Tarif mit Rabatt an — kündbar bleiben sie trotzdem unabhängig voneinander. Günstige Einstiegstarife gibt es teils schon ab 4,50€/Monat (Hausrat) bzw. 5,41€/Monat (Haftpflicht).
Empfohlene Haftpflicht-Deckungssumme
Die Verbraucherzentrale empfiehlt mindestens 10 Mio. € — deutlich mehr als der übliche AT-Richtwert. Manche Anbieter versichern inzwischen sogar 20-50 Mio. € standardmäßig.
Grobe Fahrlässigkeit beachten
Anders als bei der Haftpflicht (die grobe Fahrlässigkeit immer mitversichert) kann grobe Fahrlässigkeit bei der Hausratversicherung zum Leistungsausschluss führen — z.B. wenn ein Einbruch nur möglich war, weil ein Fenster offen gelassen wurde.
Stand: 2026 · Keine Rechtsberatung, Richtwerte ohne Gewähr
🎓 Wann endet die Mitversicherung bei deinen Eltern?
Der 18. Geburtstag ändert an sich nichts. Die Mitversicherung über die Haftpflicht deiner Eltern hängt nicht am Alter allein, sondern an drei Bedingungen gleichzeitig: unverheiratet, in der Erstausbildung (Schule, Lehre, Erststudium) und meist unter einer vom Anbieter festgelegten Altersgrenze.
Nicht zu verwechseln: Die feste Grenze von 25 Jahren kennst du vielleicht von der gesetzlichen Krankenversicherung (Familienversicherung). Bei der Privathaftpflicht gibt es dazu kein Gesetz — jeder Versicherer regelt das im eigenen Vertrag. Üblich sind 25, manche Anbieter gehen bis 27 Jahre, solange die Erstausbildung noch läuft.
Bleibt meist bestehen: Auszug in eine WG oder ins Studierendenwohnheim für die Ausbildung ändert nichts — in Deutschland praktisch immer, in Österreich mit der Einschränkung „solange der Umzug ausbildungsbedingt ist“.
Endet in jedem Fall bei: Abschluss der Erstausbildung (auch wenn direkt der Master oder eine zweite Ausbildung folgt), Berufseinstieg oder Referendariat, Heirat, oder einem eigenen Haushalt, der nicht mehr ausbildungsbedingt ist.
Praktisch heißt das: aktiv bei deinen Eltern nach dem Vertrag fragen — Alter, Erstausbildungsstatus und die Auszugs-Klausel bestimmen zusammen, ob du noch mitversichert bist. Bist du raus, brauchst du in Österreich eine eigene Haushaltsversicherung, in Deutschland reicht eine eigenständige Privathaftpflicht — meist schon ab 5€/Monat.
Stand: 2026 · Regelungen unterscheiden sich je Versicherer, im Zweifel den eigenen Vertrag prüfen
✅ Das Wichtigste zusammengefasst
Haushaltsversicherung auf einen Blick
📚 Quellen
- VVO (Versicherungsverband Österreich) — Hausrat- und Haftpflichtversicherung Grundlagen (AT)
- GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) — Hausrat- und Haftpflichtversicherung Grundlagen (DE)
- Verbraucherzentrale — Empfehlungen zu Deckungssummen (DE)
Alle Inhalte und Zahlen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Information, wurden sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität zusammengestellt — Prämien, Deckungssummen und Versicherungsbedingungen unterscheiden sich je Anbieter und ändern sich laufend. Keine Versicherungsberatung, siehe auch unsere finanziellen Hinweise.
